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Titicacasee, Grabtürme von Sillustani, Islas Flotantes, Isla Amantaní, Isla Taquile
Den Weg von Arequipa nach Puno am Titicacasee haben wir wieder per Bus
zurückgelegt. Am Straßenrand sieht man noch Überbleibsel des Präsidentschaftswahlkampfes
von vor 4 Wochen - Alan García vs. Ollanta Humala. Wahlplakete gibt es nicht, dafür werden die Häuserfronten
entsprechen bemalt.
Der Titicacasee ist der höchste mit Booten befahrene See der Erde, 3820 Meter
über dem Meeresspiegel.
Wir haben eine 2-Tages-Tour auf dem See gemacht, inklusive Übernachtung
bei einer Familie auf der Isla Amantaní.
Unglaublich beeindruckend sind die Islas Flotantes - die schwimmenden Inseln.
Sie wurden und werden von Mitgliedern des Uros-Stammes aus Schilf gebaut und müssen
ständig erneuert werden, weil das Schilf im Wasser verrottet. Sie leben seit
Jahrhunderten auf den Inseln und konnten, wenn Gefahr vom "Festland" drohte, mit
allem, was sie hatten, davonschwimmen.
Heute bildet der Tourismus die Haupteinnahmequelle und das Leben richtet sich
leider auch immer mehr darauf aus, so dass die ursprüngliche Kultur verloren geht.
Auf einer der größten Inseln, es gibt ca. 30 bis 40, befindet sich die Schule mit
Blechwänden. Wir bekamen ein kleines Ständchen vorgetragen, u.a. "Alle meine Entchen" und
"Bruder Jakob" auf spanisch.
Nach den Islas Flotantes sind wir weiter zur Isla Amantaní gefahren, wo
wir die Nacht verbracht haben. Hier gibt es einen Dorfältesten, der die
ankommenden Touristen den einzelnen Familien nach einer Art Rotationsprinzip
zuordnet. Auf diese Weise können alle auf der Insel von den Einnahmen profitieren.
Die Isla Amantaní ist noch wesentlich weniger touristisch als die Nachbarinsel Taquile,
für meine Begriffe aber trotzdem zu viel.
An das Bad muss man sich erst gewöhnen. Vor der Tür steht ein Eimer mit Wasser zum
Spülen. Das Papier kommt grundsätzlich in die Kiste (ohne Boden), damit die Leitung
nicht verstopft. Man bekommt aber eine ordentliche Oberschenkelmuskulatur ;-).
Unsere supernetten "Gasteltern" haben uns wahrlich überrascht, als sie sogar
einen Fernseher herbeizauberten. So konnten wir das WM-Spiel Spanien-Frankreich
mit einem leicht verrauschten Bild verfolgen.
Unsere "Gasteltern"
Die Größenverhältnisse sind typisch. Als Europäer fällt man sofort auf, weil
die Peruaner selten größer als 1,60 sind (mit Hut).
Am nächsten Tag ging es zur Nachbarinsel Taquile. Hier gibt es einige interessante
Bräuche.
Beispielsweise erkennt man an den Mützen den Familienstand. Eine komplett bunte Mütze heißt "verheiratet" (Mann rechts),
eine halb weiße Mütze ledig (Mann in der Mitte). Wird die halb weiße Mütze mit dem Zipfel nach
vorn getragen, so ist man verlobt oder zumindest verliebt. Man sieht dann zwar nichts mehr, aber
das ist ja bei einer rosaroten Brille auch nicht anders.
Auf Taquile stricken die Männer, und zwar den ganzen Tag. Dieser hier wäre noch zu haben.
Verlobt, Single und Ehemann - hier werden die neuesten Strickmuster diskutiert.
Ein weiteres interessantes Ausflugsziel in der Nähe von Puno sind die
Grabtürme von Sillustani. Das Volk der Colla hat sie errichtet und in
den bis zu 12m hohen Türmen ihre Toten beigesetzt.
Die Busse kommen alle gegen 14 Uhr an und sind meist voller Touristen. Wir
haben uns daher für ein Taxi entschieden (trotzdem sehr preiswert für 50 Sol), sind etwas eher gefahren und waren
mit unserer Besichtigung fertig, bevor die vielen Touris angekommen sind.
Die Verkäuferinnen hatten noch nicht einmal ihre Verkaufsstände aufgeschlagen.
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