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Atacames - Sandstrand und Party pur
Atacames [GPS] am pazifischen Ozean ist das Mallorca für die Quitorianer,
ca. 8 Autostunden von der Hauptstadt entfernt. Die Fahrt ist wieder ein Erlebnis.
Im Bus befinden sich außer mir nur Einheimische und stundenlang geht es vorbei an riesigen Bananenplantagen.
Ecuador ist der weltgrößte Exporteur von Bananen (35 % der Weltproduktion) und hat mit Deutschland einen wichtigen Abnehmer. Das staatliche Mindestpreissystem garantiert den Bauern zwar 2,90 Dollar pro Karton, wird
aber nicht durchgesetzt. So zahlen große Exportfirmen oft nur einen Dollar oder noch weniger. FairTrade-Firmen gehen hier mit gutem Beispiel voran und geben bis zu 5 Dollar plus
zusätzliche Leistungen für Sozial- oder Umweltaufgaben.
Immer wieder stoppt der Busfahrer auf Zuruf oder Winken und sammelt die am Straßenrand stehenden Plantagenarbeiter ein.
Unterhalten werden wir von Steven Seagal vs. Jean Claude van Damme. Der Busbeifahrer ist
tradionell für die Filmauswahl zuständig und scheint ein großer Fan zu sein. Na toll.
Mittlerweile ist es längst dunkel geworden, der Bus braust durch die Nacht und ein etwas mulmiges Gefühl stellt sich doch ein.
Gegen 21 Uhr kommen wir in Atacames an und es erwartet mich eine Partystrandpromenade sondergleichen - schnell ein Hostal
gesucht und ab ins Getümmel. Die Kamera bleibt aber vorsorglich im Hostal, d.h. gibt es nur Fotos
von der Katerstimmung am Tag danach:
Ein Mototaxi - das Fortbewegungsmittel der Wahl:
Überall in Ecuador gibt es Stände mit frischem Obst - die obligatorischen Bananen,
Orangen, Mangos, Cherimoya ... und das Ganze optional auch als frisch gepresster Saft:
Mittagszeit in einer der zahlreichen Kochstuben:
Ich treffe einige nette Bekanntschaften vom Vorabend wieder und sie bieten mir an, mich mitzunehmen.
Zunächst fahren wir nach Esmeraldas [GPS] zum Mittagessen. Es gibt lecker Fisch und viele unbekannte Gerichte.
Nebenbei erzählen sie mehr oder weniger wahre Gruselgeschichten von Dämonen und Jungfrauen ;-).
Im Hintergrund sind die Öltanker zu sehen, die das im Amazonasgebiet geförderte und per Pipeline an die Küste transporte Öl in alle Welt exportieren.
Ecuador ist immerhin auf Platz 30 der Erdöl exportierenden Länder und Öl machte zeitweise die Hälfe des BIP aus. Leider kommen die Einnahmen der Bevölkerung nur sehr ungleich zugute.
In diesem Zusammenhang ist auch anzumerken, dass die Zerstörung des tropischen Regenwaldes keineswegs nur auf die Schaffung neuer Siedlungsgebiete durch arme Bevölkerungsschichten zurückzuführen ist.
Vielmehr sind es die großen Erdölkonzerne, welche die riesigen Öl- und Gas-Reservoirs im Amazonasbecken rücksichtslos ausbeuten bzw. ausbeuten möchten, in einem der artenreichsten Gebiete
der Erde. Damit einher gehen Rodungen, das Schlagen breiter Schneisen durch den Urwald für den Pipeline- und Straßenbau, Zwangsumsiedlungen indigener Ureinwohner und Öl-Katastrophen
durch beschädigte Pipelines, die erst spät entdeckt werden. Durch die neuen Verkehrwege wird gleichzeitig der Weg freigemacht für illegale Besiedlungen und eine exzessive Jagd.
Da muss man im Wohlstandseuropa schon einige Kästen Krombacher trinken, um die bedrohten 688.000.000.000 m² zu schützen
Auf der laaangen Fahrt zurück nach Quito sitzen wir zu fünft im Auto und es ist ausreichend Zeit, um Spanisch zu üben, in Ruhe seine
Sätze zurechtzubasteln und ich bekomme eine ausführliche Einführung in die südamerikanische Musik, inkl. Hörbeispielen:
von Reggaeton, über Cumbia, Bachata, Salsa, Flamenco bis hin zu argentinischem Rock.
Ich bin schwer begeistert.
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