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Auf dem Amazonas und im Dschungel
Mit dem Flieger geht es von Lima nach Iquitos [GPS] inmitten des
Amazonasbeckens. Die Stadt ist einzig per Flugzeug oder Boot erreichbar und liegt nur 106 m hoch, obgleich
der Amazonas von hier aus noch gut 3500 km bis zur Mündung vor sich hat. Bereits am Flughafen
kippt man wegen des Klimas fast aus den Latschen - Hitze mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Vielleicht liegt
es auch einfach nur an der schnellen Umstellung - immerhin waren es vor 48 h noch tiefste Minusgrade auf
dem Gipfel. Die Fahrt im Mototaxi (dreirädriges Moped) in die Stadt ist daher durch den Fahrtwind sehr sehr angenehm (was die Abgase wieder wett machen).
Im Straßenverkehr kennen die Mototaxifahrer keine Freunde und es wird um jeden Zeitvorteil gekämpft.
Während der Fahrt gibt es auch die ersten Infos zu Agenturen für Dschungeltrips. Wie immer ist es schwer zu entscheiden, was
wirklich empfehlenswert ist und wo auf Tourifang gegangen wird. Als erster Überblick eignen sich die
Vorschläge aber allemal.
Das Angebot in Iquitos ist immens und es dauert eine ganze Weile, bis ich mich für eine Agentur
entschieden habe.
Mit dem Wassertaxi schippern wir auf dem hier schon sehr breiten Amazonas in Richtung unserer Urwaldlodge.
Wir setzen um in einen kleineren Seitenarm:
Kaum im Camp (irgendwo hier [GPS]) angekommen geht es auch schon auf den ersten Entdeckungsausflug.
Ein parasitärer Baum wächst um einen anderen herum, bis dieser völlig eingenommen ist:
Eine Affenleiter:
Wir basteln uns einen ökologischen Rucksack:
Blattschneideameisen:
Lianen und Riesenbäume:
Im Anschluss gibt es Essen im Camp und später noch einen Ausflug im Dunkeln, um nachtaktive Tiere
aufzustöbern.
Auch der schwarze Skorpion kommt aus seinem Tagesversteck:
Ein Kaiman:
Aber eigentlich braucht man gar nicht so weit laufen. Viele Tierchen fühlen sich auch im Camp sehr wohl:
Die Voyeurin in der Dusche:
In der Nacht bieten Moskitonetze einen wirksamen Schutz gegen die blutsaugenden Monster:
Am nächsten Tag folgen weitere Trips. Mit dem Kanu paddeln wir den Fluß entlang und suchen/sehen
zahlreiche Tiere (die sich nur schwer fotografieren lassen) - bunte Vögel, Affen, Leguane, Papageien in den Baumwipfeln und und und.
Ein Eisvogel ("Aus dem Herzen der Natur"):
Heute steht ein ganz besonderes Erlebnis an. Mit dem Guide habe ich mich geeinigt, dass wir eine Nacht im
Dschungel campen. Und so fahren wir einige Stunden mit dem Kanu und suchen uns einen
geeigneten Lagerplatz in Flussnähe.
Zum Abendessen wird es gegrillte Piranhas geben. Doch die müssen erst noch geangelt werden.
Wir basteln uns ein Camp. Aus der Rinde spezieller Bäume werden "Seile" hergestellt, mit der Machete
passende Stämmchen zurecht gemacht und alles bombenfest verknotet:
Die Angelausbeute ist nicht die Wucht. Zum Glück haben wir Hühnchen und Bananen zum brutzeln mitgenommen :-).
Dafür ist der Grill selbstgebaut:
Plötzlich fängt es wie aus Eimern an zu schütten und alles muss sehr schnell gehen.
Der Rest des Schlafplatzes wird mit Plastikplanen überdeckt anstatt stilecht mit gesammelten Palmwedeln.
Nunja, aber in der Theorie ists klar.
Die Nacht im Dschungel wird sehr spannend. Es ist angenehm warm, durch den Vollmond sehr hell und es erklingen auch nach
Sonnenuntergang tausend unterschiedliche Geräusche durch die vielen nachtaktiven Vögel. Ich bin froh mein
eigenes Moskitonetz mitgenommen zu haben, welches wesentlich durchsichtiger ist als das meines Guides. So liege ich noch Stunden wach, nur in Unterhosen, und schaue, lausche und staune.
Die Machete liegt in Griffweite, obgleich man für eine ernste Gefahr schon richtig Pech haben muss.
Jaguar und Puma haben sich sehr weit in den Dschungel zurückgezogen und kommen normalerweise
nicht so dicht an menschliche Siedlungen heran (Wir sind "nur" einen halben Tag von der Lodge entfernt).
Alle Spinnen, Moskitos, Käfer, Ameisen etc. dürfen außerhalb des Moskitonetzes bleiben.
Ein Eukalyptusbaum schält sich:
Einer der Guides im Camp hat den schwarzen Skorpion gefangen, präpariert (erkennbar am nicht mehr gerollten Schwanz) und will ihn auf dem nächsten Markt verkaufen:
Sie ist auch wieder da:
Die Löcher am Ufer wurden von Katzenwelsen (Catfish) in den Schlamm gefressen und dienen ihnen als Unterschlupf:
Ein Flussdelphin, zumindest die Flosse:
Hier [GPS] entsteht der Amazonas (links) aus dem dunklen Rio Marañón (rechts) und dem hellen Rio Ucayali (hinten):
Eine frisch gepflückte Kokosnuss:
Aus dem (Amazonas)dschungel in den (Großstadt)dschungel: Es ist Samstag und der Rückflug kommt
Abends in Lima an. D.h. schnell ein Hostal gesucht und dann ab ins Partygetümmel. Dies
wird mein letzter Abend in Peru bevor es morgen zurück in die Heimat geht.
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