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Grenzübertritt nach Peru und Puerto Pizarro
Die Hälfte meiner Urlaubszeit ist rum und ich freue mich noch besonders auf die Cordillera Blanca und
Iquitos im Norden Perus. Also mache ich mich an das Erlebnis Grenzübertritt. In Cuenca habe ich keine passende Buslinie gefunden,
die mich direkt bis nach Tumbes [GPS], den ersten größeren Ort auf peruanischem
Territorium, bringt. Von mehreren Backpackern hatte ich im Vorfeld bereits gehört, dass der Grenzübertritt
ein Abenteuer wird und es in diesem Gebiet von Gaunern und Schmugglern wimmelt.
Hinzu kommt, dass man den Ausreisestempel für den Pass nicht etwa an der Grenze bekommt, sondern die
entsprechende Station einige Kilometer entfernt liegt. Gleiches gilt für den Einreisestempel auf peruanischer
Seite, auch hierfür liegt die Station einige Kilometer im Landesinneren - das Ganze wohlgemerkt an der
Panamericana, dem sicherlich wichtigsten Grenzübergang beider Länder.
Nunja, mein Bus setzt mich am Stempelhäuschen ab und fährt mit den anderen Passagieren weiter nach Huaquillas.
Der Pass wird gestempelt und nun heißt es warten. Ich bewege mich keine 10 m vom Häuschen weg.
Die (Not-)Variante mit dem Taxi über die Grenze zu fahren scheidet aufgrund der Warnungen aus.
Nach einer Stunde kommt ein Überlandbus, der weiter über die Grenze fährt. Die Reisenden steigen aus,
holen sich den Stempel und im Bus findet sich auch noch ein Platz für mich. Auf peruanischer Seite funktioniert
alles unproblematisch. Der Bus fährt das Stempelhäuschen an, alle raus, Zollerklärung abgeben, Stempel holen,
alle wieder rein und weiter.
In Tumbes erwische ich eine Unterkunft mit einem "interessanten" Bad: 60 cm breit und 1,5 m lang - sitzt man auf der Toilette
kann man die Beine unter dem Waschbecken hindurch bis in die Dusche ausstrecken. Warm duschen geht auch:
einfach Schalter umlegen und das Wasser wird beim Durchlaufen mit Strom erhitzt:
Nunja, es ist nur für eine Nacht und ansonsten ist das Zimmer ok, also was solls.
Ich will mich sowieso nicht lange aufhalten und eine Bootstour durch die Mangrovenwälder
bei Puerto Pizarro [GPS] machen. Mit dem Collectivo (6 sitziger Minibus mit
mindestens 10 Fahrgästen) geht es zum Hafen und dann auf See. Bei der Preisverhandlung unterläuft ein Fauxpas
- Preis ausgemacht, aber Währung nicht beachtet, aus SOL werden Dollar und der Preis verdreifacht sich.
In Peru ist der US-Dollar neben der Landeswährung Nuevo Sol allgemein akzeptiert.
Dafür geht es sofort los und ich habe meinen eigenen Bootsmann, der mich an der Isla del Amor vorbei zu
den Mangrovenwäldern und der Isla de Aves (Vogelinsel) schippert.
Die Mangroven wachsen im Meer und bilden einen natürlichen Schutz der Küste vor Erosion durch Wellen.
Sie sind auch Herberge für zahlreiche Tierarten, darunter Vögel und Krokodile.
Leider wurden sie zum größten Teil abgeholzt, um die Gebiete mit dem guten Klima und der guten Wasserversorgung
für Shrimp- und Fischfarmen zu nutzen. Die "Wälder" bei Puerto Pizarro sind eines der letzten
erhaltenen Gebiete in Peru und stehen seit 1988 unter Nationalpark-Schutz. Weltweit sind seit
1900 schätzungsweise 50% aller Mangrovenwälder zerstört worden.
In der Krokodilaufzucht sind alle Alters- und Größenklassen vertreten.
Gut, dass das Schild noch einmal darauf hinweist, dass hinein klettern gefährlich ist.
Im Hafen gönne ich mir zum Abendessen Languste an Shrimps mit Bananenchips für 50 SOL (12,50 €) - ein Gedicht.
Der Zusammenhang Shrimps vs. Mangroven wurde mir leider erst im Nachhinein bekannt. Insofern war die Idee etwas makaber. Asche auf mein Haupt.
Der Tag endet mit einer zweistündigen Unterhaltung mit einem älteren Peruaner. Auf dem Plaza de Armas (zentraler Platz)
von Tumbes kommen wir ins Gespräch. Nach einem sehr sehr holprigen
Start über die Nazis in Deutschland lässt sich doch einiges zurecht rücken und es entwickelt sich eine
interessante Diskussion über Lebensstile, Lebensziele, Bildungssysteme, Wirtschaft und Einheitswährungen.
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